live offline – der weg zur arbeit

gestern morgen hab ich mal auf dem weg zur arbeit etwas ganz anderes gemacht. ich bin nicht verträumt durch die gegend gestolpert und hab dann in der tram (was in berlin eine straßenbahn ist, aber tram heißt und bleibt) nicht gelesen, sondern hab die ganze zeit aufgeschrieben was ich so sehe (ich benutzte dafür ein kleines schwarzes buch mit viel berlin drin). ich schreibe das jetzt einfach ungefiltert auf und hoffe ich man versteht …

ich nannte es live offline. (groß- und Kleinschreibung, sowie reschtschreibfehler übernehme ich einfach)

  • auf dem Weg zur Tram
  • alter Mann raucht, Frau mit Kind auf Rad
  • es ist schwül, ein jogger in langen klamotten – unverständlich
  • tram fährt vorbei, wieder verpasst
  • ein sehr dicke Frau mit schwarzen handschuhen steht an der haltestelle
  • ein Fruchtexpress-LKW fährt vorbei
  • Leute lesen tatsächlich den Berliner Kurier
  • kurze Angst eigene Schrift nicht lesen zu können
  • tram kommt an, schnell einsteigen
  • Sitzplatz, schreiben schwierig, wenn Tram fährt
  • Langhaarige drehen Zigaretten, andere trinken Kaffee aus Pappbechern
  • immer geradeaus, aber mit dem Rücken zuerst
  • Hundehalter halten ihre Hunde
  • Internet für 79 Cent, das geht
  • Kinderwagen gehen auch gut, Kinder inklusive
  • gleich die Hälfte geschafft, hab ich einen Durst
  • Blick zum TV-Tower, Morgen Turm
  • Wo ist eigentlich der brabbelnder Penner, hat der morgens frei?
  • gegenüber Mädchen mit Handy und Kopfhörern (diese kleinen), … kommunikative Jugend von heute
  • es wird voller, der P-Berg in der Mitte
  • ich glaub ich steig aus, ein wenig spazierengehen tut gut
  • schattige Bäume, der Wind kühlt etwas
  • ten minutes to work
  • ich stehe auf der straße und schreib in ein schwarzes buch, niemand schaut – die Leute wundert nichts mehr
  • geht weg, ihr Tauben!
  • ich setze mich kurz und denke, das morgens durch eine frische stadt zu wandern sehr nett ist, der spatz zu meinen füssen denkt das wohl auch
  • die Kneipe hat immer noch offen, immer wieder seltsam
  • die beiden Frauen mit den K-Wagen überholen mich zum zweiten Mal
  • die Zeit wird knapp
  • ENDE

.. und jetzt. nichts.

  1. 1

    cool :-)

    “gegenüber Mädchen mit Handy und Kopfhörern (diese kleinen), … kommunikative Jugend von heute”

    …na ja, ich erinner mich da noch an uns im bus. nur dass das handy da noch walkman hiess, keine fotos machte und auch sonst nicht viel mehr als musik spielen konnte. bis die batterien schwaecher und das band allmaehling langsamer wird ;-) wie war das mit dem ‘real 2 reel’ song, den du im x-tracker (war das der name?) nachkomponiert hattest? good times.

    dekan // 23/05/2007
  2. 2

    :D sehr gut, das mit den leeren batterien kenn ich.

    ghent // 24/05/2007

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