12 monkeys
pic by Philip Coppens

das zeichen der twelve monkeys ist draussen an die tür gesprayed. ein zeichen?

bookshelf januar 08

Dorfpunks von Rocko Schamoni
der selbsternannte roddy dangerblood erlebt am ende der siebziger jahre in seinem kleinen norddeutschen dorf die letzten wellen der punkära. wie aus jungs männer werden und was dazu alles durchlitten werden muss. wie man gegen das bürgerliche kämpft, um am ende mittendrin zu landen. rocko schreibt ein buch für jungs, immer heiter und derb, wie man es an ihm liebt.

52 Wochenenden. Texte zum Durchmachen von Jens Friebe
wer jens friebe nicht kennt, der hat etwas verpasst. nicht nur als lakonischer sänger seiner eigenen band sondern auch als autor. dieses buch ist eine sammlung von einem jahr wochenend-bloggen dieses herausragenden deutschen künstlers. ungemein lustig und verschnörkelt. nach jedem zweiten satz denkt man: “sowas, genau sowas, wollte ich auch schon immer schreiben, genau so!”. liest sich in einem ruck durch. ich freue mich auf seinen nächsten kracher, das mit dem auto ist egal, hauptsache dir ist nichts passiert.

Ich und Kaminski von Daniel Kehlmann
daniel kehlmann ist ja die große hoffnung jungdeutscher schriftsteller. ich sage, zu recht. vor knapp einem jahr las ich ein kurzgeschichtenband (unter der sonne) von ihm und war gleich begeistert. danach kam ja seine vermessung der welt, die ich ausgelassen habe. ich und kaminski handelt von einem arroganten, unangenehmen jungen journalisten, der in ich-form erzählt. er macht sich zum biographen eines der größten malers seiner zeit, kaminski. er fährt in ein abgeschiedes dorf mit der absicht ein erfolgreiches buch über eine fast toten menschen zu schreiben, um selbst so berühmt wie möglich zu werden. wie abwertend er das leben dabei betrachtet und wie geschickt der alte, blinde mann ihn dann doch anfängt zu manipulieren kulmuliert in eine äußerst interessante abhandlung über verschiedenen lebensweisen. mit großem poetischen schaffen läßt kehlmann den lesen in nur 170 seiten in eine welt eintauchen, von der man eigentlich garnicht wissen wollte, das sie existiert.

Die Grasharfe von Truman Capote
man sollte ja mal capote gelesen haben. ich glaube, mehr wird auch bei mir nicht zurückbleiben. sicher ist es ein gut geschriebenes buch, dünn dazu. aber die zeit und die geschichte konnten mich nicht fesseln. im süden der usa, in einer zeit als schwarze noch neger waren lebt der waise collin bei seinen alten tanten. diese fangen an sich zu streiten, die eine flüchtet mit collin in ein baumhaus und auf dieser kleinen reise begegnen wir vielen verschiedenen südstaatencharakteren (richtern, playboys, ärzten, fahrendes volk, alles was man sich darunter vorstellt). es ist alles wunderbar melancholisch und man kann auch die sommerliche hitze vibrieren sehen, die über den zeilen liegt. aber das war nicht meine sache. ich denke, das die bekannteren romane von ihm (frühstück bei tiffany und kaltblütig) sicherlich besser sind, und auf die, werd ich sicherlich einmal zurückommen.

der autor versucht am ende des monats hier eine zusammenfassung seiner bis dato gelesenen bücher vorzustellen. drücken wir dem autor die daumen, das es auch ein bookshelf dezember geben wird und er nicht vorher wieder ins blognirwana gegangen ist

taggedacht #1

wenn am morgen gelbe u-bahnen über den grauen himmel fahren, muss das nicht heissen, das wäre ein schlechter tag. mal regen, mal nicht, mal wind. die menschen kategorisieren sich, klamottentechnisch. da gibts die mit mantel, schal, mütze, handschuhe, zweitem schal, stiefel mit fellrand und wollsocken. und die mit windjacke, oben offen, stoffigen halbschuhen und fahrrad. kälteempfinden ist schon eine lustige sache.
im nahen park (der in der großen stadt auch nur aus einer baumgruppe mit fünf bäumen bestehen kann) werden die übriggebliebenen laubberge zu laubgebirgen zusammengeharkt. männer in grünen latzhosen und rechen. zwei tolle wörter: latzhosen und rechen.
in den frühen neunzigern waren latzhosen auch bei jungen menschen sehr beliebt, ich weiß das, ich hatte auch eine. eher weiter, und geschuldet der schlaksigen figur, sicherlich auch sehr hängend. egal. und rechen ist eh ein seltsames wort.
wie bin ich drauf gekommen, ach ja.

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