9

und dann war auch schon wien. ging schneller als ich dachte, dachte er.

8

beim schaffner kaufte er eine karte, nach wien. die anderen im abteil hatten schon eine. er kam sich wie ein verbrecher vor. der mann mit der brille hatte die kopfhörer abgenommen.

7

die schwärze war vollkommen. eigentlich könnte ich gleich hier bleiben, dachte er. und dann fiel ihm auf, das er gedacht hatte, und dann war er auch schon wach. ist ja immer so, wenn man träumt.
der zug fuhr durch graugrüne wälder und mäßig bunte felder. das wetter hatte etwas von dem wetter, das man sich im november vorstellt, es dann aber nie so ist. im abteil summte die deckenlampe.
der bebrillte mann mit den kopfhörern wippte zu musik, die nur er hören konnte. bei dem beständigen nicken, ist es bestimmt besser so, dachte er. also das er das nicht hören konnte, nicht wegen der nackenschmerzen. die sind ja sowieso da. die summende fliege hatte einen platz an der scheibe gefunden. gegenüber hatte die frau mit hut angefangen in einem leidlich zerfledderten roman zu lesen. vielleicht liest sie immer den gleichen, dachte er. irgendwie fand er den gedanken romantisch. der mann mit bart neben ihr las offenbar mit. auch gut.
das pärchen unterhielt sich murmelnd und er glaubte, das sie sich wahrscheinlich selber nicht verstanden.
aus seiner manteltasche holte er ein kleine notizbuch hervor.
tag 1 – der brief brachte mich hierher, er hat mich gefragt “warum erst jetzt?” und ich weiß es nicht.
er stockte.
und steckte das büchlein wieder in den mantel. noch war es nicht soweit.
langsam ging irgendwo eine sonne auf, doch der zug fuhr weiter. ratternd, einsam, schnurgerade.

6

die stadt sauste am zugfenster vorbei und er machte die augen zu. wenig später träumte er einen traumlosen traum.